Schlummernd,
etwas außer Sichtweite
Der Torf, mit dem ich arbeite, wurde in den Hochmooren von Irland gesammelt. Hochmoore stellen nicht nur sich selbst regulierende Biotope und Refugien für eine Vielzahl von Lebewesen dar, sondern verkörpern auch Naturlandschaften in ihrer widerstandsfähigsten Ausprägung. Vornehmlich sind Hochmoore in den nördlichen Hemisphären anzutreffen. Intakte, sich selbst regulierende Hochmoore können eine Lebensspanne von bis zu zwölftausend Jahren erreichen.
Der mir zur Verfügung stehende spezielle Torf erwies sich als ein temperamentvolles, ausdrucksstarkes Medium, das wie ein Katalysator auf mich wirkte und neuartige Vorstellungen sowie Impressionen in Gang setzte.
Die generelle strukturelle Beschaffenheit meiner Arbeiten ist eher minimalistisch gehalten. Die Reduktion variiert zwischen horizontalen und vertikalen Verläufen sowie aufsteigenden und absteigenden Bewegungen. Jene Bahnen und Bewegungen sind oftmals kinetisch miteinander verwoben. Das Zusammenwirken wird durch hochverdünnte Lösungen initiiert.
Die Mehrzahl der Werke ist horizontal strukturiert, was auf die schichtweise Anordnung meines Ausgangsmaterials zurückzuführen ist. Der Schöpfungsprozess ist von rhythmischer Natur. Der zuvor aufgebrachte Torf fungiert als Grundlage für das Zusammenspiel von Farbe, Form und Inhalt. Die wechselseitige Interaktion unterliegt den Einflüssen und Steuerungsmechanismen der Gravitationsströmung und ihrer Gesetzmäßigkeiten.
Siehe Formations Galerie
Die kurze Video »Terra incognita« wurde als Begleitung zu einer Ausstellung gleichen Namens, die im Künstlerhaus Göttingen 2016 statt gefunden hat, zusammengestellt.
Musik und Audio: © David Begley, Co. Wexford, Ireland.
» Im dubliner Vorort Rathfarnham aufzuwachsen bedeutet, dass die Dublin und Wicklow Mountains nur einen Steinwurf entfernt sind. Schon im frühen Alter wurde Ich mit dieser außergewöhnlichen und einzigartigen Gebirgslandschaft vertraut. Im absoluten Kontrast zu der Hauptstadt und deren Vororte sind die Dublin- und Wicklow Mountains ausgedehnte, einsame, wilde und vom Wind zerzauste Bergketten «
» Nur ein paar Sekunden von der Straße entfernt betritt man eine viel ältere, ruhigere, wildere Welt von bedeckendem Torf: das Hochmoor. Eine einzigartige Umgebung aus Heide, Granit, Moos, torfgefärbten Mooraugen, emsigen Gebirgsbächlein, dichtem Bergnebel, wechselndem Sonnenlicht, Regen, vom Wind verdrehten Bäumen, Vogelgesang und das alles durchtränkt von einer tiefen und zeitlosen Einsamkeit «
Gregory Seán Sheehan 2012
Gregory Seán Sheehan wurde im Jahre 1956 in Dublin, Irland, geboren. Nach Abschluss einer grafischen Ausbildung in Dublin war Sheehan drei Jahrzehnte im Kommunikationssektor als Grafikdesigner, Illustrator und Art Director beschäftigt.
Gregory Sheehan ist seit 1981 in Niedersachsen ansässig, wo er als Grafiker und bildender Künstler wirkt. Im Jahr 2001 entschloss er sich dazu, sich primär dem künstlerischen Aspekt seines Schaffens zu widmen, welcher für ihn von fortdauernder Signifikanz ist. Sheehan ist durch eine Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland repräsentiert. Seine Werke sind sowohl in Privatbesitz als auch in Unternehmenssammlungen vorzufinden.